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Google Ads Kanal-Priorisierung
Sie bestimmen, wohin das Budget zuerst fließt

Google Ads bekommt Kanal-Priorisierung und Budget-Aufteilung. Was die neuen Einstellungen können, wo ihre Grenzen liegen und was ab Februar 2027 gilt.

Christian Synoradzki Christian Synoradzki | | 7 Min. Lesezeit
Google Ads Kanal-Priorisierung: Sie bestimmen, wohin das Budget zuerst fließt

In Kürze

  • Zwei neue Einstellungen: Google Ads hat am 14. Oktober 2026 Kanal-Priorisierung und Budget-Aufteilung angekündigt, für Suche, Shopping, Performance Max und Demand Gen.
  • Hoch oder niedrig: Kanäle mit hoher Priorität bekommen zuerst Geld, erst der Rest geht an Kanäle mit niedriger Priorität.
  • Obergrenze in Prozent: Für Kanäle mit niedriger Priorität legen Sie einen Höchstanteil am durchschnittlichen Tagesbudget fest; bei 0 Prozent gibt Google laut Hilfeseite dort nichts aus.
  • Keine Garantie: Google nennt die Obergrenze selbst einen Richtwert nach bestem Bemühen, an einzelnen Tagen kann sie überschritten werden.
  • Februar 2027 vormerken: Dann entscheidet Google bei Suchkampagnen mit Displaynetzwerk nicht mehr selbst, wie viel Geld ins Displaynetzwerk geht; um das bisherige Verhalten zu behalten, empfiehlt Google niedrige Priorität mit 50 Prozent.

Inhalt

  1. Was Google angekündigt hat
  2. Kanal-Priorisierung: wer zuerst Geld bekommt
  3. Budget-Aufteilung: eine Obergrenze in Prozent
  4. Wo die neuen Einstellungen an Grenzen stoßen
  5. Was sich im Februar 2027 ändert
  6. Was Sie jetzt tun können
  7. Häufige Fragen

Mit zwei neuen Einstellungen legen Sie in Google Ads selbst fest, welcher Kanal zuerst Budget bekommt und wie viel höchstens in Suchnetzwerk-Partner oder das Displaynetzwerk fließt. Google hat beides am 14. Oktober 2026 im eigenen Blog angekündigt und rollt es laut dieser Ankündigung in den kommenden Monaten weltweit aus. Bisher hieß die Wahl meist: Kanal an oder Kanal aus.

Was Google angekündigt hat

Wo landet mein Geld eigentlich? Bei Google Ads ließ sich das bisher nur grob steuern. Sie konnten Partnerseiten und Displaynetzwerk in einer Suchkampagne an- oder ausschalten, aber nicht sagen: ein bisschen davon, und erst, wenn die Google-Suche versorgt ist.

Tal Akabas, Director of Product Management bei Google Ads, fasst die Neuerung im Google-Blog vom 14. Oktober 2026 in einem Satz zusammen: „Say goodbye to all-or-nothing channel targeting.“ Auf Deutsch: Schluss mit dem Alles-oder-nichts beim Kanal.

Die Neuerung besteht aus zwei Teilen, die Google als freiwillig beschreibt. Sie gelten für Suchkampagnen, Shopping-Kampagnen, Performance Max (eine Kampagnenart, bei der Google die Anzeigen selbst auf alle eigenen Kanäle verteilt) und Demand Gen (Anzeigen vor allem auf YouTube, in Gmail und in Discover, dem Nachrichtenstrom in der Google-App). Laut Google-Hilfe lassen sie sich für das ganze Konto, für ein gemeinsames Budget oder für einzelne Kampagnen setzen. Wann die Einstellungen in Ihrem Konto auftauchen, sagt Google nicht genau, nur „in den kommenden Monaten“.

Kanal-Priorisierung: wer zuerst Geld bekommt

Jeder Kanal bekommt eine von zwei Stufen: hohe oder niedrige Priorität. Kanäle mit hoher Priorität werden zuerst finanziert, und nur was übrig bleibt, geht an die Kanäle mit niedriger Priorität. Ohne Ihr Zutun stehen laut Google-Hilfe alle Kanäle auf hoher Priorität.

In einer Suchkampagne sind das drei Kanäle: die Google-Suche, die Suchnetzwerk-Partner (fremde Websites mit Google-Suchfeld) und das Displaynetzwerk (Werbeplätze auf vielen fremden Websites und Apps). Sie können also sagen: Die Google-Suche ist mir wichtig, Partner und Display nur, wenn noch Geld da ist. Diese Abwägung gehört zu meiner Betreuung von Google Ads.

Wichtig ist das vor allem bei Kampagnen, die Google Ads mit dem Hinweis „Durch das Budget eingeschränkt“ markiert. Dort reicht das Tagesbudget nicht für alle möglichen Klicks, und genau dann entscheidet die Reihenfolge, wo das Geld landet.

Budget-Aufteilung: eine Obergrenze in Prozent

Für Kanäle mit niedriger Priorität können Sie zusätzlich einen Höchstanteil am durchschnittlichen Tagesbudget festlegen. Ein ausgedachtes Rechenbeispiel: Bei 50 Euro Tagesbudget und 5 Prozent für die Suchnetzwerk-Partner will Google dort höchstens 2,50 Euro am Tag ausgeben. Laut Google-Hilfe gilt der Anteil je Tag, und was an einem Tag nicht ausgegeben wird, wandert nicht in den nächsten.

Setzen Sie den Anteil auf 0 Prozent, gibt Google laut eigener Hilfeseite auf diesem Kanal nichts aus. Laut PPC Land ist das vor allem für Performance Max neu, wo sich Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk bisher nur für wenige Werbetreibende abwählen ließen.

Ein Sonderfall sind Kampagnen mit Ziel-CPA oder Ziel-ROAS. Bei diesen Gebotsstrategien sagen Sie Google, was eine Anfrage höchstens kosten darf oder wie viel Umsatz ein Werbe-Euro bringen soll. Haben solche Kampagnen genug Budget, ändert die Priorität laut Google-Hilfe meist nichts, weil Google dann auf allen Kanälen Ihren Zielwert anpeilt. Die Prozent-Grenze greift laut Google aber auch dort.

Wo die neuen Einstellungen an Grenzen stoßen

Die Obergrenze ist kein festes Limit. Google schreibt in der Hilfe ausdrücklich, dass die Ausgaben auf einem Kanal an einzelnen Tagen über dem eingestellten Anteil liegen können. Schauen Sie deshalb weiter auf die Zahlen je Kanal, statt sich allein auf die Einstellung zu verlassen.

Bei Performance Max und Demand Gen bleiben Google-Suche, YouTube, Maps, Gmail und Discover laut Google-Blog ein Paket, das Google „Google-Kanäle“ nennt. Sie bekommen nur gemeinsam eine Priorität. YouTube allein nach hinten stellen und die Google-Suche nach vorn geht also nicht. Getrennt steuern lassen sich bei Performance Max laut Fachportal PPC Land nur die Suchnetzwerk-Partner und das Displaynetzwerk.

Und die Einstellungen beantworten nicht die eigentliche Frage: Welcher Kanal bringt Ihnen Anfragen? Das zeigt nur ein sauberes Conversion-Tracking, also die Messung, welcher Klick zu einer Anfrage oder einem Kauf geführt hat. Ohne diese Messung setzen Sie Prioritäten nach Gefühl. Ob Anzeigen für Sie überhaupt der passende Weg sind, habe ich im Beitrag Google Ads oder SEO verglichen.

Was sich im Februar 2027 ändert

Heute entscheidet Google bei Suchkampagnen mit eingeschaltetem Displaynetzwerk selbst, wie viel vom Budget ins Displaynetzwerk geht; Google nennt das in der Hilfe „Display Expansion“. Diese Regel fällt laut Google-Blog ab Februar 2027 weg, und dann kann sich verschieben, wie viel Geld in welchen Kanal geht. Wer das bisherige Verhalten behalten will, setzt laut Google das Displaynetzwerk auf niedrige Priorität mit 50 Prozent Budget-Anteil.

Wer dann nichts einstellt, merkt die Änderung vielleicht erst an der Rechnung. So war es im Juni 2026, als Google die Verteilung des Tagesbudgets bei Werbezeitplänen umgestellt hat. In dem Beitrag habe ich damals die Zahlen aus einem von mir betreuten Konto gezeigt: Die Ausgaben je Werktag stiegen ab dem 1. Juni 2026 von gut 19 Euro auf im Schnitt 27,70 Euro, bei unverändertem Tagesbudget von 20 Euro. Gemerkt hat das zuerst, wer regelmäßig auf die Zahlen geschaut hat.

Was Sie jetzt tun können

Betreut eine Agentur oder ein Mitarbeiter Ihr Konto, geben Sie diese Liste einfach weiter.

  1. Prüfen Sie Ihre Suchkampagnen: Öffnen Sie in Google Ads eine Suchkampagne, dann Einstellungen und dort Werbenetzwerke. Sind Suchnetzwerk-Partner oder Displaynetzwerk angehakt?
  2. Sehen Sie nach, was die Kanäle bringen: Wählen Sie in der Kampagnenübersicht über Segmentieren den Punkt Netzwerk (mit Suchnetzwerk-Partnern). Vergleichen Sie Kosten und Anfragen je Netzwerk, etwa für die letzten drei Monate.
  3. Notieren Sie eine Reihenfolge: Welcher Kanal bringt Anfragen zu vertretbaren Kosten? Der kommt auf hohe Priorität, sobald die Einstellung in Ihrem Konto erscheint.
  4. Legen Sie eine Obergrenze fest: Sobald die Einstellung da ist, geben Sie schwachen Kanälen einen Höchstanteil. Mein Vorschlag als Startwert für schwache Kanäle sind 5 bis 10 Prozent. Danach passen Sie den Wert nach den Zahlen an.
  5. Tragen Sie Februar 2027 in den Kalender ein: Bis dahin sollte jede Suchkampagne mit Displaynetzwerk eine bewusste Einstellung haben.

Nächster Schritt

Die neuen Einstellungen geben Ihnen ein Stück Kontrolle über Ihr Budget zurück, sie nehmen Ihnen aber die Entscheidung nicht ab. Wenn Sie wissen wollen, ob bei Ihnen Geld außerhalb der Google-Suche landet, buchen Sie ein kostenloses Beratungsgespräch. Dort bekommen Sie eine erste Einschätzung, ohne Vertragsbindung.

Häufige Fragen

Ab wann gibt es die Kanal-Priorisierung in Google Ads?

Google rollt die Einstellungen seit Mitte Oktober 2026 weltweit aus, laut Blog „in den kommenden Monaten“. Ein Datum für deutsche Konten nennt Google nicht. Ob sie bei Ihnen schon da sind, sehen Sie in den Kampagneneinstellungen.

Kostet die neue Einstellung etwas?

Google nennt in Blog und Hilfe keine Gebühr dafür. Kanal-Priorisierung und Budget-Aufteilung sind Einstellungen im Konto und ändern nur, wie Ihr vorhandenes Budget verteilt wird.

Kann ich Suchnetzwerk-Partner damit ganz abschalten?

Ja, weitgehend. Setzen Sie den Kanal auf niedrige Priorität und den Budget-Anteil auf 0 Prozent, gibt Google dort laut Hilfeseite nichts aus. In Suchkampagnen können Sie die Partner außerdem wie bisher in den Einstellungen unter Werbenetzwerke abwählen.

Hält Google die Prozent-Grenze immer ein?

Nicht immer. Google beschreibt die Grenze als Richtwert nach bestem Bemühen und schreibt, dass die Ausgaben an einzelnen Tagen darüber liegen können. Ein Blick in den Bericht nach Werbenetzwerk zeigt, ob sie im Schnitt hält.

Was passiert, wenn ich bis Februar 2027 nichts einstelle?

Dann entscheidet Google bei Suchkampagnen mit Displaynetzwerk nicht mehr nach der alten Regel, und die Ausgaben je Kanal können sich laut Google verschieben. Um das bisherige Verhalten zu behalten, empfiehlt Google das Displaynetzwerk auf niedriger Priorität mit 50 Prozent.

Quellen

  1. Tal Akabas, Google: „Guide your campaign spending with new priority and allocation features“, Google-Blog, 14.10.2026, blog.google, zuletzt geprüft am 29.10.2026
  2. Google Ads-Hilfe: „About channel prioritization and budget allocation“, support.google.com, zuletzt geprüft am 29.10.2026
  3. Barry Schwartz: „Google Ads Channel Prioritization and Budget Allocation“, Search Engine Roundtable, 14.10.2026, seroundtable.com, zuletzt geprüft am 29.10.2026
  4. Luis Rijo: „Google Ads lets advertisers limit Display and partner spend by percentage“, PPC Land, 14.10.2026, ppc.land, zuletzt geprüft am 29.10.2026

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